Wenn Ängste und Sorgen den Alltag bestimmen, fühlt man sich häufig sehr unruhig, andererseits aber auch wie gelähmt. Es ist wichtig die Kontrolle über die Ängste und Sorgen zurück zu bekommen.

Ängste verstehen

Funktion der Angst:
Angst ist für unser Überleben zwingend notwendig. Ohne das Gefühl der Angst begeben wir uns in Situationen, die für uns lebensgefährlich werden können. Angst entsteht aufgrund der Einschätzung einer Situation und dem Abgleich mit unseren Erfahrungen oder Lerninhalten. Wenn ich als Kind beigebracht bekommen habe, dass ein Auto gefährlich sein kann, dann lässt mich die Angst vor einem schnellen Auto am Straßenrand innehalten und überprüfen, ob ich die Straße sicher überqueren kann. Wenn ich mir die Finger auf der Herdplatte verbrannt habe, überprüfe ich in der Zukunft besser, ob die Herdplatte kalt oder warm ist, bevor ich sie anfasse. Reaktionen auf die Angst können sein, zu erstarren (Totstellreflex), anzugreifen oder zu fliehen. Es gibt also Situationen, in denen es sinnvoll ist Angst zu haben, diese können aber durchaus sehr unterschiedlich sein. Eine zu starke, übergreifende Angst führt im Alltag dazu, dass man Situationen meidet, die nicht gefährlich sind, sich aber danach anfühlen. Dann entsteht eine innere Starre, ständige Angriffsbereitschaft oder starker Rückzug/Flucht, was das Leben im Allgemeinen sehr beeinträchtigt. Dies wird dann als großer Leidensdruck wahrgenommen, da die Teilhabe am Gesellschaftlichen Leben (Bewegen in der Öffentlichkeit, Treffen mit Freunden, Arbeiten etc.) äußerst eingeschränkt ist. Durch das Vermeidungsverhalten kann die Angst auch sich auf Situationen ausweiten, die ursprünglich nicht angstbesetzt waren.
 


Spirale der Angst

Häufig wird angenommen, dass die Angst endlos weiter ansteigt und sie so groß wird, dass man sie nicht mehr aushalten kann, im schlimmsten Falle das Gefühl hat, daran versterben zu müssen. Durch Vermeidung der angstauslösenden Situationen nimmt die Angst zunächst sofort ab, was zur Erleichterung führt. Langfristig gesehen verstärkt das Vermeidungsverhalten aber die Angst, sodass sich die Angst auch auf andere Situationen, die vorher noch als ungefährlich empfunden wurden, ausweiten kann. Dies führt im Alltag zu immer weniger Handlungsspielraum, Isolation und dem Gefühl, vor Angst wie gelähmt zu sein. Entgegen unserer Erwartung steigt Angst nicht unaufhaltsam an. Es kommt im Verlauf der Angstreaktion zu einer Gewöhnung des Körpers und der Psyche an die Angst, wenn ich mich mit der Angst konfrontiere und sie nicht vermeide. Wiederhole ich die Konfrontation in kleinen Schritten ohne zu vermeiden, dann ist beim nächsten Mal die Angst nicht mehr so groß.

 

Teufelskreis:

 

Angst, an einer schweren Erkrankung zu leiden Beobachtung des Körpers (Herzschlag, Atmung, Schmerzen) Verstärkung der Angst Vermehrt körperliche Symptome (Herzschlag wird schneller, Haut wird empfindlicher, Schmerzen werden mehr, Atmung wird schneller) Katastrophenphantasien (Angst vor dem plötzlichen Tod) Verstärkung der körperlichen Symptome

vermehrte Überzeugung, an einer schlimmen Erkrankung zu leiden Angst an einer schweren Erkrankung zu leiden.




Wenn Ängste und Sorgen den Alltag bestimmen, fühlt man sich häufig sehr unruhig, andererseits aber auch wie gelähmt. Es ist wichtig die Kontrolle über die Ängste und Sorgen zurück zu bekommen.